Ein Kooperationsprojekt des Barrett-Initiative e.V. und des Universitätsklinikums Leipzig

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November 2021
17.00 - 19.30 Uhr
Die Entstehung des Barrett-Karzinoms – vom Reflux zum Karzinom
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Donnerstag 07.10.2021
17.00 - 19.30 Uhr
Einführung in die Tumorbiologie und die Besonderheiten des Speiseröhrenkrebses
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Video-Vorträge und Informationen zum Thema Speiseröhrenkrebs, Barrett-Ösophagus und Barrett-Syndrom

Donnerstag 04.11.2021 - 17.00 - 19.30 Uhr

Webcast | Video-Vortrag

Die Entstehung des Barrett-Karzinoms – vom Reflux zum Karzinom

  • Risikofaktoren für die Entstehung eines Barrett-Ösophagus, Stellenwert der gastroösophagealen Refluxerkrankung
  • Vom gesunden Ösophagus zum Karzinom: die Metaplasie-Dysplasie-Karzinom-Sequenz und Veränderungen auf Zellebene
  • Welche Rolle spielen genetische Faktoren für die Entstehung eines Barrett-Ösophagus/-Karzinoms?
  • Aktuelle Forschungsprojekte aus Leipzig zur Ätiopathogenese der Erkrankung
  • Möglichkeiten der Prävention – welche Rolle spielt die Ernährung?
  • Die Bedeutung von Sport und Bewegung für die Prävention und die Therapie des Speiseröhrenkrebses
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Dezember 2021

Webcast | Video-Vortrag

Ein Überblick über die Untersuchungsmethoden bei Speiseröhrenkrebs

  • Diagnose Speiseröhrenkrebs: Primär- und Umfelddiagnostik (Staging) als erste Maßnahmen
  • Bestimmung des lokalen Tumorstadiums mittels endoskopischer Diagnostik und Endosonografie
  • Die Rolle des Pathologen – von der Biopsie zur zielgerichteten Therapie
  • Ausbreitungsdiagnostik mittels radiologischer Methoden
  • Nuklearmedizinische Verfahren für speziellen Fragestellungen
  • Tumormarker und deren Bedeutung für die Diagnostik und Therapie
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Obschon bösartige Tumorerkrankungen der Speiseröhre eher zu den selteneren Entitäten gehören, erhalten jährlich etwa 6.100 Männer und 1.800 Frauen in Deutschland diese lebensverändernde Diagnose (1). Das Barrett-Karzinom, welches am unteren Ende der Speiseröhre bzw. vor dem Mageneingang gelegen ist, gehört in der westlichen Welt zu den Tumorerkrankungen mit den höchsten Steigerungsraten (3,5 % bis 8,1 % pro Jahr), sodass auch dessen Diagnostik und Behandlung einen immer größeren Stellenwert im klinischen Alltag einnimmt (2). In den meisten Fällen stellt ein Barrett-Ösophagus (die Vorstufe eines invasiven Barrett-Karzinoms) einen Zufallsbefund dar, der im Rahmen einer Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms, kurz: ÖGD) erstmals diagnostiziert wird. In frühen, lokalisierten Tumorstadien verläuft die Erkrankung nicht selten symptomlos oder geht lediglich mit unspezifischen Beschwerden einher. Die typischen Symptome der Erkrankung, wie z.B. Schluckbeschwerden, das Erbrechen von Nahrungsbestandteilen in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem Essen, ein daraus resultierender Gewichtsverlust oder ein Druck hinter dem Brustbein entstehen meist erst durch die lokale Ausbreitung des bösartigen Tumors. Zudem können wiederkehrendes Husten nach dem Essen (versursacht durch sogenannte „stumme Aspirationen“ charakteristisch sein. Allgemeine Tumorsymptome bestehen häufig in einer Müdigkeit (sogenannte „Fatigue“), einer verminderten Leistungsfähigkeit sowie Luftnot bei Belastung (Dyspnoe), die oftmals Ausdruck einer fortgeschrittenen Blutarmut sein können („Anämie“). Bei einer systematischen Ausbreitung des Tumors im Körper (Metastasierung) entsprechen die klinischen Beschwerden den Lokalisationen der Metastasen (z.B. rechtsseitige Oberbauchschmerzen bei Lebermetastasen, Rückenschmerzen bei Knochenmetastasen in der Wirbelsäule). Neben diesen körperlichen Beschwerden bringt die Diagnose „Barrett-Karzinom“ oftmals vielseitige weitere Veränderungen mit sich, die sich auf alle Lebensbereiche auswirken können. Zahlreiche Untersuchungen müssen durchgeführt werden, um das Krankheitsstadium bei Erstdiagnose erfassen zu können.

Die unterschiedlichen Optionen der endoskopisch-lokalen, der chirurgischen oder der systemischen (z.B. medikamentösen) bzw. der Strahlen-Therapie werden nach Abschluß der Primär- und Ausbreitungsdiagnostik von Experten unterschiedlicher Fachrichtungen besprochen und gemäß aktuellstem medizinischen Wissen leitliniengerecht festgelegt. Die Experten treffen sich einmal wöchentlich im Tumorboard. Dieses setzt sich aus Chirurgen, Onkologen, Gastroenterologen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Nuklearmedizinern zusammen. Im Anschluss an das gastrointestinale, interdisziplinäre Tumorboard wird mit den Patienten die bestmögliche Therapie besprochen und eingeleitet. In sehr frühen Stadien der Erkrankung (z.B. Barrett-Frühkarzinom) kann eine endoskopische Lokaltherapie (z.B. endoskopische Resektion des Tumors) kurativ und somit die einzige Behandlungsform darstellen. Bei den fortgeschrittenen Stadien kommen in aller Regel multimodale Konzepte zum Einsatz, wie z.B. medikamentöse („klassische“ Chemo-, zielgerichtete Antikörper- und / oder Immun-Therapien), strahlentherapeutische und chirurgische Optionen, die in abgestimmter Sequenz erfolgen.

Die Besprechung der makroskopischen (die im Rahmen der Spiegelung mit dem bloßen Auge sichtbaren Veränderungen) und mikroskopischen (unter dem Mikroskop sichtbare Prozesse) sowie der Umfelddiagnostik (z.B. CT oder PET-CT) gehört zu unseren ärztlichen Aufgaben. Hieraus leiten sich die unterschiedlichen Therapieoptionen ab. Oftmals ist es im Rahmen dieses ersten Gesprächs nicht möglich, alle Aspekte des Krankheitsbildes in vollem Umfang mit Ihnen zu besprechen. Gleichzeitig stellt die Diagnose eine belastende Situation für Patienten dar und der Wunsch nach detailliertem Wissen über die Erkrankung, insbesondere Entstehung, Therapie und Prognose, ist sehr groß. Dies eröffnet oftmals Möglichkeiten, die Therapie aktiv und positiv mit zu gestalten und somit die Ergebnisse zu optimieren. Aus diesem Grund haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Ihnen eine Wissensdatenbank zur Verfügung zu stellen, auf der Sie sich aus verschiedensten Blickwinkeln informieren können. Dabei ist es uns besonders wichtig, für nicht-Mediziner verständliche Veranstaltungen und Webcast anzubieten, Sie bei der individuellen Auseinandersetzung mit Ihrer Erkrankung unterstützen sollen.

Gleichzeitig möchten wir Ihnen im Rahmen der Veranstaltungen zeigen, wie Sie die Experten aus unseren verschiedenen Fachdisziplinen bei der Behandlung Ihrer Tumorerkrankung unterstützen und wie Sie diese erreichen können. Da sich diese Experten am Universitätsklinikum Leipzig bereits seit vielen Jahren auf die Erforschung, optimierte Diagnostik und Therapie des Barrett-Ösophagus und -Karzinoms spezialisiert haben, können wir Ihnen ein umfassendes, innovatives und patientenzentriertes Gesamtkonzept anbieten. Dieses möchten wir Ihnen im Rahmen unserer Veranstaltungen und Webcast darstellen. Weitere Details finden Sie auch auf unserer Webpage https://www.uniklinikum-leipzig.de/einrichtungen/vttg/viszeralchirurgie/viszeralchirurgie.

1 https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/weitere-krebsarten/speiseroehrenkrebs/definition-und-haeufigkeit.html
2 https://www.aerzteblatt.de/archiv/168936/Epidemiologie-Diagnostik-und-Therapie-des-Barrett-Karzinoms

Ein Kooperationsprojekt des Barrett-Initiative e.V. und des Universitätsklinikums Leipzig

Universtättsklinikum Leipzig
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